Demoaufruf | 04. März um 10 Uhr am Werkstor Bombardier, Görlitz

Die Situation:
Die Waggonbauer in Görlitz werden bis heute im Unklaren gelassen, in welcher Form und in welcher Größenordnung es mit ihnen in Zukunft weiter geht. Die rein profitorientierten Aktionäre spielen hier nicht nur mit dem Arbeitsplatz vieler Menschen. Es geht bei dieser Auseinandersetzung um viel mehr. Hinter jedem Menschen steht eine Familie und ein Lebensalltag in der Region. Die Waggonbauer sind seit Jahrzehnten die wirtschaftlich stabile Säule von Görlitz. Die Gefahr besteht in der sehr drastischen wirtschaftlichen Verschlechterung aller Bewohner und Geschäftstüchtigen unserer Heimat.

Das Ziel unserer Kampagne ist der starke Zusammenschluss von Menschen, welche für ihre eigene Zukunft und die Zukunft der nächsten Generation einstehen. Gemeinsame Stärke zeigen und gegenseitig Kraft geben. Wir wollen somit den Blick der Öffentlichkeit auf die Bedrohung mit ihren Folgen, aber auch auf die Bindung der Görlitzer zu ihrem Waggonbau ziehen. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass sobald Menschen für das Richtige einstehen, viele Entscheidungen nicht mehr gefällt werden, weil allein der Imageschaden durch keinen Personalabbau zu beheben wäre. Unterstützen ist auf vielerlei Wegen möglich. (mehr …)

„Die Zeichen stehen auf Sturm!“

stormy-300pxGestern brach der neue Bombardier-Deutschlandchef Michael Fohrer sein wochenlanges Schweigen. In einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte er sich zur Zukunft der Standorte von Bombardier in Deutschland.

Mit Entsetzen nehmen die IG Metall Ostsachsen sowie die Betriebsrätinnen und Betriebsräte von Bombardier in Görlitz die Aussage von Michael Fohrer zur Kenntnis, dass dem Görlitzer Waggonbau als alleinige Kompetenz die Fertigung von Rohbauten in Aluminiumbauweise erhalten bleiben soll. (mehr …)

Situation bei Bombardier

Da es in den letzten Wochen vor allem eine Menge Gerüchte, aber wenig bestätigte Fakten gab, haben wir uns entschieden keine Panik zu verbreiten, sondern uns vorzubereiten. Jetzt ist allerdings Schluss.

Innerhalb der nächsten anderthalb Wochen wird viel passieren. Gestern gab es bereits eine Zusammenkunft mit den betrieblichen Vertretern beider Standorte – und alle sind diesmal bereit mitzukämpfen. Jetzt geht es darum, dass alle gemeinsam diesen Weg mit uns beschreiten. Diesmal geht es nicht nur um Protest – es geht um die Zukunft dieser Region. Stellt Euch auf einen Kampf ein der sich über mehrere Monate hinziehen wird. Wir können gewinnen. Und es ist auch jeder und jede in der Region gefragt uns zu unterstützen – denn ohne Bombardier wird die Kaufkraft der Region erheblich sinken. Und wer es von den Betrieblichen immer noch nicht verstanden hat: Spätestens jetzt brauchen wir jede und jeden in der IG Metall. Von außen meckern hilft uns nicht. Der Aggressor ist Bombardier. Und denen müssen wir zeigen: Mit uns macht ihr das nicht! Wir werden alles tun um politische Unterstützung zu generieren. Aber am Ende wird die Gegenmacht der Beschäftigten nur an einer Stelle gemessen: Vor den Werkstoren!

Hintergrund

Der kanadische Bahnhersteller Bombardier hatte im Februar 2016 verkündet, dass in Deutschland 1.430 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Die ostdeutschen Standorte in Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen waren zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 1.000 Stellenstreichungen am stärksten betroffen. IG Metall und Gesamtbetriebsrat kritisieren dieses Vorgehen seit Bekanntwerden im Februar massiv und haben Ansätze für eine Alternativstrategie entwickelt.

Im April überreichten Betriebsräte und IG Metall in Berlin den „Bombardier Fahrplan Zu(g)kunft“. Mit dem Strategiepapier zeigen die Betriebsräte und IG Metall konstruktive Lösungswege für die aktuelle Misere bei Bombardier Transportation auf und formulieren ihre Forderungen an die Konzernspitze.

Zeitgleich kursierten Gerüchte über eine sogenannte zweite Welle. Im Oktober hat die Konzernspitze den Abbau von weiteren 5.000 Arbeitsplätzen weltweit bei Bombardier Transportation verkündet. Seither besteht die Befürchtung, dass vor allem die  deutschen Standorte betroffen sein werden. Das Unternehmen hat bisher noch keine offizielle Position zur Umsetzung des Abbaus an den deutschen Standorten bezogen.

Auf einer Betriebsversammlung in Hennigsdorf wurde am 5. Dezember mitgeteilt, dass die Serienproduktion von Zügen am Standort bis Ende 2018 auslaufen solle. Nur noch Entwicklung, Konstruktion und eventuell der Bau von Prototypen sollen am Standort verbleiben.